Windräder in Fernsehturm-Höhe?

2 MW-Windräder Neddenaverbergen_webNeue Windenergie-Anlagen nur mit den Bürgern - Hybrid-Kraftwerk wünschenswert Kirchlinteln. Die von einzelnen Investoren geplante Erweiterung von Windparks mit Windräder in der Größe des Luttumer Fernsehturms und mit der  dreifachen Leistung der Windräder in Neddenaverbergen bewegen aktuell zahlreiche Gemüter, weil Investoren bereits Verträge schließen wollen, bevor Landkreis und Gemeinde überhaupt beraten und entschieden haben. Aus Erneuerbaren Energien werden in der Gemeinde Kirchlinteln seit Inbetriebnahme der vier Windräder in Neddenaverbergen bereits 33 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom und damit 106 Prozent des Stromverbrauchs in der Gemeinde gedeckt. Die 14 Windenergieanlagen erzeugen 23,5 Millionen kWh. Die CDU-Fraktion hatte schon vor Monaten beschlossen, dass bei 100 % nicht Schluss sein solle und hatte  drei Bedingungen formuliert:
  • 1. Neue Windenergie-Standorte und die Erweiterung von Windparks sollen den Zielen der Raumordnung des Landkreises  entsprechen und sorgfältig abgewogen sein.
  • 2. Neue Windräder und Erweiterungen soll es nur geben, wenn die Bevölkerung mehrheitlich dahinter steht.
  • 3. Große, raumbedeutsame Windräder sollen mindestens eintausend Meter von der Wohnbebauung entfernt sein.
Im August waren der CDU-Fraktion erste Investoren-Pläne bekannt geworden. Ein Interessent plant demnach  mit Windrädern der  neuen 6 Megawatt-Klasse und Anlagen mit 170 Meter Naben- und 230 Metern Gesamthöhe. Zum Vergleich: Die jetzigen Windräder in Neddenaverbergen haben 2 Megawatt Nennleistung, die Windräder in Holtum eine Höhe von 150 Metern und der Stahlgittermast des Luttumer Fernsehturms 200 Meter (einschließlich der früheren Antenne 222 Meter). Bei vielen Einwohnern in den an den Windpark angrenzenden Ortschaften sind diese „hohen“ Investoren-Pläne jetzt durchgesickert, weil offenbar in Kürze Verträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen werden sollen. „Wir sind weiterhin für die verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien, wollen weitere Windräder aber nur mit den Bürgern und nicht gegen die Einwohner realisieren“, betont CDU-Ratsherr Nils Heise und sein Kollege Holger Cordes ergänzt: „Mit dem Betreiber der jetzigen vier Anlagen haben wir gute Erfahrungen gemacht und die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung darf bei einer möglichen Erweiterung nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“. „Offshore-Windräder der 5 MW-Klasse, wie sie gerade in der Nordsee errichtet wurden, können wir uns im Binnenland kaum vorstellen“ schreibt die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung und ergänzt: „Immer größer und immer höher kann im Binnenland nicht die Lösung sein“. CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Lühning betont: Vielmehr müssen wir Projekte fördern, die die Probleme der Windenergie lösen. Weil überschüssiger Strom aus Windenergie bisher nicht gespeichert und in Wind-schwachen Zeiten mit hohem Strombedarf genutzt werden kann, müssten verstärkt Lösungen mit Kombi-Kraftwerken gefunden werden“. In Brandenburg habe Bundeskanzlerin Angela Merkel im April das erste Hybrid-Kraftwerk in Deutschland eingeweiht, das als Kombikraftwerk elf Windräder, vier Biogasanlagen und zwanzig Fotovoltaik-Anlagen vernetzt. Dieses Hybridkraftwerk nutze Wind, Sonne, Biogas und Wasserstoff und soll eine Versorgung rund um die Uhr sicherstellen. „Ähnliche Projekte, auch in Kombination mit der Nutzung der Erdwärme können wir uns auch in unserer Region vorstellen“ kündigt Fraktionsvorsitzender Günter Lühning eine besondere Klausurtagung im Herbst an, bei der sich die CDU-Fraktion von Rethems Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige über das aktuelle Projekt „100 % Region“ im Aller-Leine-Tal  zwischen Celle und Verden informieren will. „Sobald im Herbst der Entwurf der Kreisverwaltung für das neue Regionale Raumordnungs-programm (RROP) vorliegt, plant die CDU-Fraktion Bürgerforen in Neddenaverbergen und auch in Holtum“, betont der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Nils Heise. "Vorstellbar ist auch eine schriftliche Bürgerbefragung, wie sie in Otersen durchgeführt wurde", so Holger Cordes. Weitere Informationen zum 1. Hybrid-Kraftwerk in Brandenburg mit Berichten von "FOCUS online-Wissen" und n-tv.de veröffentlichen wir hier nachfolgend als PDF-Datei: hybridkraftwerk21042009 Zur Nutzung der Erneuerbaren Energien in unserer Gemeinde Kirchlinteln empfehlen wir ergänzend unseren Video-Beitrag YouTube Preview Image


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