RROP: Sandabbau auf dem Lohberg?

RROP-Karten 2015_Vorrang Rohstoff_Sand_Lohberg3Der Kreistag hat am 9.10.2015 den 2. Entwurf für das neue Regionale Raumordnungsprogramm 2015 beschlossen und auf den Weg gebracht. Im RROP-Entwurf geht es nicht nur um Windenergie-Vorrangstandorte - sondern um viel mehr. Im 2. RROP-Entwurf sind jetzt auch drei Sand- und Ton-Abbaugebiete in der Gemeinde Kirchlinteln enthalten. Im Gegensatz zum 1. RROP-Entwurf 2013 ist jetzt erstmals auch ein großes Rohstoff-Vorranggebiet auf dem Lohberg bei Hohenaverbergen enthalten. In wenigen Wochen beginnt die Bürgerbeteiligung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange (z.B. der Gemeinde). Die CDU-Fraktion Kirchlinteln hat sich bereits vor der Beschlussfassung im Kreistag intensiv mit dem neuen RROP-Entwurf beschäftigt - und kündigt deutlichen Widerstand gegen Sandabbaugebiete auf dem Lohberg beiderseits der Bergkuppe und der Landesstraße L 159. Bezüglich des RROP-Entwurfes steht in der Presse-Berichterstattung in der Regel die Windenergie im Mittelpunkt. Die weiteren Planungsziele und Festsetzungen des RROP, wie z.B. werden in den Lokalzeitungen (wenn überhaupt) leider nur am Rande erwähnt. Als transparente Bürger-Information widmen wir uns heute den Vorrang- und Vorbehaltsflächen für die Rohstoffgewinnung in unserer Gemeinde Kirchlinteln. Bereits im 1. Entwurf 2013 waren entsprechende
  • Sandabbaugebiete östlich von Holtum (Geest)
  • Ton- und Sandabbaugebiete westlich von Kirchlinteln an der Grenze zu Verden
enthalten. Zunächst plante die Kreisverwaltung Rohstoff-Flächen östlich von Weitzmühlen im 2. RROP-Entwurf auszuweisen. Aufgrund der verkehrlichen Erschließung durch bewohnte Gebiete gelang es der CDU-Kreistagsfraktion, dass diese Flächen im jetzt vom Kreistag beschlossenen 2. RROP-Entwurf nicht mehr enthalten sind. Im Vergleich zum 1. Entwurf 2013 wurde die östlich von Holtum (Geest) gelegene Vorbehaltsfläche für den Sandabbau im 2. Entwurf 2015 leicht verkleinert. Dafür ist jetzt eine 2. Fläche süd-östlich von Holtum (Geest) neu im 2. Entwurf enthalten.
RROP-Karten 2015_Vorbehalt Rohstoff_Sand_Holtum2

2 Vorbehaltsflächen Rohstoff (Sand) östlich und süd-östlich von HOLTUM (GEEST)

Die Vorranggebiete Rohstoff
  • westlich von Kirchlinteln (Sand, Ton) sowie
  • im Dreieck Eitze, Weitzmühlen, Luttum (Sand)
sind im Vergleich zum 1. Entwurf 2013 nur hinsichtlich des 300 m-Abstandes leicht verringert worden.
Vorranggebiete (Sand, Ton) westlich von Kirchlinteln sowie das bestehende Sandabbaugebiet im Dreieck Eitze-Weitzmühlen-Luttum

Vorranggebiete (Sand, Ton) westlich von Kirchlinteln sowie das bestehende Sandabbaugebiet im Dreieck Eitze-Weitzmühlen-Luttum

Erstmals im RROP-Entwurf des Landkreises ist eine geschätzt 100 ha große Fläche für Sandabbau auf dem Lohberg in der Gemarkung Hohenaverbergen enthalten und zwar nicht nur als Vorbehaltsfläche, sondern als Vorranggebiet.
Die erstmals im RROP-Entwurf 2015 enthalte Vorrangfläche für Rohstoffgewinnung (Sand) auf dem Lohberg bei Hohenaverbergen dürfte geschätzt 100 ha Fläche umfassen

Die erstmals im RROP-Entwurf 2015 enthalte Vorrangfläche für Rohstoffgewinnung (Sand) auf dem Lohberg bei Hohenaverbergen dürfte geschätzt 100 ha Fläche umfassen

Söhn_ Birgit_DSC_0115_web2

Birgit Söhn

Nach den Beratungen in der CDU-Gemeinderatsfraktion hat sich Hohenaverbergens Ortsvorsteherin und Ratsfrau Birgit Söhn an die Fraktionsvorsitzenden der CDU im Kreistag und Gemeinderat, Wilhelm Hogrefe und Günter Lühning sowie an den Ratsvorsitzenden Arne Jacobs und den Vorsitzenden des zuständigen Fachausschusses der Gemeinde, Wolfgang Ritz gewandt und sich klar gegen ein solches Vorranggebiet auf dem Lohberg ausgesprochen.
Wilhelm Hogrefe

Wilhelm Hogrefe

Warum steht das Gebiet auf dem Lohberg jetzt überhaupt im Entwurf des RROP?
"Nur deshalb, weil die Kreisverwaltung aufgrund der Landesgesetzgebung verpflichtet ist, Sandvorkommen im RROP aufzunehmen, die das Landesamt für Bodenforschung als große Vorkommen identifiziert hat. Die kartenmässigen Darstellung ist also ein rein bürokratischer Akt, der keine praktischen Folgen hat", erläutert Wilhelm Hogrefe, Fraktionsvorsitzender der CDU im Verdener Kreistag. Wilhelm Hogrefe aus Luttum wohnt selbst unweit des Sandabbaugebietes zwischen Luttum und Weitzmühlen. "Dieses Sand-Vorkommen reicht vermutlich noch 20 Jahre", meint Wilhelm Hogrefe.
Unabhängig von irgendwelchen Planungen und Ausweisungen im RROP kann jeder Grundbesitzer, der über Sandvorkommen verfügt, einen Abbauantrag stellen. Dieser Antrag wird genehmigt, wenn bestimmte Auflagen eingehalten werden. Also: Auch schon jetzt könnten Grundeigentümer am Lohberg Sand verkaufen. Oder umgekehrt: Wenn der Lohberg endgültig in das 2016 zu beschließende Regionale Raumordnungsprogramm (RROP" des Landkreises Verden aufgenommen werden sollte  - was die CDU nicht will - dann kann dort nur Abbau betrieben werden, wenn Grundeigentümer dies wollen und Flächen verkaufen.
Im Bereich Embsen/Oyten gab es vor einigen Jahren eine große Aufregung, weil dort eine Fläche als Sandabbaugebiet ausgewiesen wurde. Bis heute wurde dort kein bisschen Sand abgebaut, weil zwei Bauern, die dort Eigentümer zentraler Grundstücke sind, ihre Flächen nicht verkaufen.
Günter Lühning

Günter Lühning

Als Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion zum Thema RROP-Entwurf kritisierte Kreistagsabgeordneter Günter Lühning aus Otersen in der öffentlichen Sitzung des Kreistages am 9.10.2015 die Ausweisung von Sandabbaugebieten auf dem Lohberg, beidseitig der Bergkuppe und der Landesstraße L 159 und kündigte für das bevorstehende Verfahren zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange den deutlichen Widerstand der Gemeinde Kirchlinteln an.
Fazit: Die CDU setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass der Lohberg als Sandabbaugebiet nicht im endgültigen RROP des Landkreises festgesetzt wird.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Für jede Bautätigkeit - ob im Wohnungsbau, für gewerbliche Bauvorhaben oder für Straßenbau- und Infrastrukturprojekte ist Sand erforderlich und dieser Sand muss ja irgendwo als Rohstoff abgebaut werden. Beispiel: Der vor vielen Jahren neu gebaute Bahnübergang "Eitzer Straße" in Verden, für den große Mengen Sand aufgeschüttet werden mussten. Der gesamte Sand kam damals aus dem Abbaugebiet zwischen Luttum und Weitzmühlen in der Nähe des alten Fernsehturms. Die Belastung durch den LKW-Verkehr für den Anlieger in den umliegenden Ortschaften wird als erträglich empfunden.
 


Einen Kommentar schreiben