CDU: Neuer Edeka-Vollsortimenter – aber mit besserer Verkehrserschließung

CDU-Ortsbegehung am 28.4.2016: Hier sollen die Edeka-LKW nicht fahren

CDU-Ortsbegehung am 28.4.2016: Hier sollen die Edeka-LKW nicht fahren

Eine zeitgemäße, wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs ist für die Infrastruktur, Zukunftsfähigkeit unserer Dörfer und die Lebensqualität für unsere Einwohner von besonderer Bedeutung. Seit vielen Jahren setzt sich die CDU-Fraktion Kirchlinteln nicht für immer mehr große Supermärkte, sondern für eine dezentrale Nahversorgung in mehreren mittelgroßen Ortschaften plus 1 Discounter und 1 zeitgemäßer Vollsortimenter in Kirchlinteln - dem Grundzentrum der knapp 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde - ein. Am Donnerstag, 28. April beschäftigte sich die CDU-Fraktion intensiv mit dem Thema und nahm eine Ortsbesichtigung vor.Fraktionsvorsitzender Günter Lühning, seit 1991 Mitglied des Gemeinderates, ließ frühere Beratungen und Ergebnisse Revue passieren. Bereits in der vorherigen Wahlperiode beschäftigten die Edeka-Pläne den Gemeinderat. 2009 setzte sich die CDU-Fraktion in einem vierseitigen Antrag mit der Nahversorgung in der ganzen Gemeinde auseinander, nannte zahlreiche Fakten und beantragte eine schriftliche Bürgerbefragung, die dann auch 2010 in allen Ortschaften durchgeführt wurde. Edeka-Vollsortimenter_2016_Bürgerbefragung 2010_Alte Planung 2009_10-3Im umfassenden Antrag von 2009 betonte die CDU-Fraktion die "dezentrale Einzelhandelsstruktur" in der Gemeinde und listete
  • 5 Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäfte,
  • 3 Bäckereien (heute: 2),
  • 1 Vollsortimenter,
  • 1 Discounter
auf. CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Lühning nannte im damaligen CDU-Antrag zahlreiche Fakten, die unterdurchschnittliche Werte im Vergleich zu anderen Kommunen darstellten. Edeka-Vollsortimenter_2016_VKF pro EinwBeispiel Verkaufsfläche pro Einwohner Während andere Grundzentren wie Thedinghausen und Langwedel ihren Einwohnern 0,99 qm bzw. 1,28 qm Verkaufsfläche pro Einwohner bieten, sind es in Kirchlinteln nur 0,60 qm pro Einwohner. Im Mittelzentrum Verden dagegen sogar 2,56 qm. Beispiel Kaufkraft-Bindung Nach einer Erhebung des Kommunalverbundes Niedersachsen-Bremen von 2006 wurden von jedem für Lebensmittel ausgegeben Euro nur 53 % in Kirchlinteln, aber 117 % in Thedinghausen, 125 % in Langwedel und 177 % in Verden ausgegeben. Fast jeder 2. Euro, der von der heimischen Bevölkerung für Lebensmittel ausgegeben wurde, landete in einer Ladenkasse außerhalb der Gemeinde. Bezogen auf den ganzen Einzelhandel betrug die Kaufkraft-Bindung in Kirchlinteln nur 34 % (2006) bzw. nach einer IHK-Erhebung aus 2009 sogar nur 24,1 %. Edeka-Vollsortimenter_2016_Bürgerbefragung 2010_Alte Planung 2009_10-5 Auf Initiative der CDU-Fraktion wurde der Fragebogen für die Bürgerbefragung an fast 2.600 Haushalte in der Gemeinde verteilt. 15,9 Prozent der befragten Haushalte beantworteten die insgesamt 7 Fragen. In der Ortschaft Kirchlinteln betrug die Teilnahme-Quote sogar gute 27,3 %. Die Antwort-Bogen wurden detailliert von der Gemeindeverwaltung ausgewertet und die Ergebnisse wurden in einer Sitzungsvorlage zusammenfassend dargestellt. Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung haben wir für diese Bürger-Information als Diagramme grafisch aufbereitet. Bürgerbefragung 2010_Frage5 Frage 5 Würden die Einwohner mehr in Kirchlinteln einkaufen, wenn Discounter und Vollsortimenter in Kirchlinteln attraktiver wären?
  • JA, sagten 64,8 % der Antwortgeber in der Ortschaft Kirchlinteln und 58,2 % in der ganzen Gemeinde
Bürgerbefragung 2010_6 Frage 6 Ein größerer Edeka-Supermarkt ist ...
  • notwendig - sagten 20,7 % der Antwortgeber
  • wünschenswert - sagten 36,6 %
  • nicht notwendig - 35,2 %
  • mir egal = 7,5 %
PowerPoint-Präsentation Bei der Frage 7 ging es um mögliche Standorte für einen größeren, neuen Edeka-Supermarkt. Im Gespräch waren 2010
  1. das Aula-Grundstück
  2. das Waldstück am Ortseingang aus Verden kommend links an der Landesstraße
  3. ein anderer Standort (z.B. im Gewerbegebiet)
  • 47,9 % der Antwortgeber aus der Ortschaft Kirchlinteln und
  • 42,8 % aller Antwortgeber aus allen 17 Ortschaften
erklärten sich mit dem Aula-Grundstück einverstanden. 2010 waren es andere Investoren, die für den Edeka-Markt-Betreiber Meyer auf dem Aula-Grundstück einen neuen Edeka-Vollsortimenter bauen wollten. Als damals die konkreten Pläne dem Gemeinderat präsentiert wurden, schossen die damaligen Investoren deutlich über die Ziele der Gemeinde hinaus. Sie wollten nicht nur einen Vollsortimenter für Edeka mit 1.500 qm Verkaufsfläche sondern auch gleich noch zwei weitere Fachmärkte mit weiteren insgesamt 1.000 qm bauen - also 3 Märkte und nicht nur 1 neuen Edeka-Markt. Das war damals des deutlich zuviel und deshalb hat der Gemeinderat die 3 Märkte (nicht wie die neue Bürgerinitiative behauptet, den 1 Edeka-Markt) abgelehnt. Alle folgenden Ideen zur Nutzung und Bebauung des Aula-Grundstücks führten nicht zum Ziel, obwohl die Gemeinde das Grundstücks geeigneten Investoren anbot. Bei den aktuellen Planungen geht es nur um 1 Edeka-Vollsortimenter und nicht um 3 Märkte. Die Pläne wurden in einer Bürgerversammlung und in der öffentlichen Bauausschuss-Sitzung in Kirchlinteln präsentiert, viele Fragen beantwortet und zahlreiche Kritikpunkte aufgenommen. Ratsherr Wolfgang Ritz erläuterte als Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde vor Ort die Edeka-Pläne. Was der CDU-Mehrheitsfraktion im Gemeinderat nicht gefällt, ist die verkehrliche Erschließung mit den Zu- und Abfahrten für die Edeka-LKW. "Die LKW-Zufahrt muss verändert werden und die Abfahrt der Sattelzüge über die Gemeinde-eigenen Straßen "Kleine Schulstraße" vorbei am Pfarrwitwenhaus und die "Alte Dorfstraße" zurück zur Landesstraße wird von uns nicht befürwortet", schreibt die CDU-Fraktion nach der Besichtigung vor Ort. "Die schmalen innerörtlichen Straßen sind für den permanenten LKW-Verkehr nicht ausgelegt, deshalb muss es unser Ziel sein, dass die abfahrenden Edeka-Lkw links abbiegen und über die Kreisstraße ("Schulstraße") den kürzesten Weg zur Landesstraße fahren", betonte Fraktionsvorsitzender Günter Lühning.
Bauausschuss-Vorsitzender Wolfgang Ritz erläuterte an der geplanten LKW-Zu- und Abfahrt die Edeka-Pläne. Die CDU fordert, dass die Edeka die Pläne ändert und die LKW nicht über schmale Gemeindestraßen, sondern links-abbiegend über die Kreisstraße ("Schulstraße") auf dem kürzesten Weg zur Landesstraße fahren.

Bauausschuss-Vorsitzender Wolfgang Ritz erläuterte an der geplanten LKW-Zu- und Abfahrt die Edeka-Pläne. Die CDU fordert, dass die Edeka die Pläne ändert und die LKW nicht über schmale Gemeindestraßen, sondern links-abbiegend über die Kreisstraße ("Schulstraße") auf dem kürzesten Weg zur Landesstraße fahren.

In einer eMail an Bürgermeister Rodewald und die Edeka-Investoren forderten die CDU-Ratsmitglieder deutliche Verbesserungen der verkehrlichen Erschließung und geänderte Pläne möglichst bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses am Montag, 2. Mai. Grundsätzlich befürwortet die CDU-Fraktion die Edeka-Pläne, damit die Nahversorgung für die Einwohner attraktiver wird. "Es geht dabei auch nicht allein um das knapp 2.400 Einwohner zählende Dorf Kirchlinteln - sondern um Kirchlinteln als Grundzentrum für eine Gemeinde mit 17 Dörfern und insgesamt über 9.900 Einwohnern. Ziel der CDU sei weiterhin 1 zeitgemäßer Vollsortimenter (Edeka, Kirchlinteln) + 1 Discounter im Grundzentrum (Penny, Kirchlinteln) + 5 Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäfte in 5 Dörfern (Bendingbostel, Hohenaverbergen, Kirchlinteln, Otersen und Neddenaverbergen) = dezentrale, flächendeckende Nahversorgung in der Gemeinde Kirchlinteln  


6 Kommentare

  1. 1. Stephan Jeite

    Kommentar vom 30. April 2016 um 19:19

    Als ehemaliges Ratsmitglied der CDU Fraktion habe ich den Artikel aufmerksam gelesen.

    Der Kern des Artikels behandelt die Grunstücksantworten.

    Die Kommentare zur damaligen Bürgerbefragung waren aber vielfältig, in der Konsequenz hielten in meisten Bürger „Die Einkaufdsmöglichkeiten in Kirchlinteln für ausreichend." Fussnote zukunftsmodell Historishe Ortsmitte Seite 20

    Unabhängig davon gab es noch andere Gründe für die Ablehnung z.B. die Bauweise des Marktes, die heute als Planung wieder vorliegt.

    Die wichtigste Aussge fehlt aber.
    Rat und Bürgermeister beschlossen: Kein Supermakrt auf dem Aula Grundstück.
    Wenn Rat und Bürgermeister zwischenzeitlich veränderter Meinung sind,wäre der richtige Weg eine neue Bürgerbefragung gewesen.
    In dieser wichtigen Frage sollten zumindestens damals die Bürgeer „mitgenommen" werden.

  2. 2. Günter Lühning

    Kommentar vom 30. April 2016 um 19:39

    Lieber Stephan Jeite,
    vielen Dank für den Kommentar. Zur Kritik, die „wichtigste Aussage fehlt": Wie bereits in unserem Bericht deutlich zum Ausdruck gebracht, hat der Gemeinderat 2010 nicht 1 Supermarkt auf dem Aula-Grundstück abgelehnt, sondern abgelehnt wurde ein sogenanntes „Fachmarkt-Zentrum" mit 1 Edeka-Supermarkt und 2 weiteren Märkten. Einen einzelnen Vollsortimenter-Markt haben wir nicht abgelehnt, das hätte auch nicht der ganz überwiegenden Bürger-Mehrheitsmeinung entsprochen – die auch wohl heute noch überwiegend so ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Lühning
    Fraktionsvorsitzender

  3. 3. Alexandra Suckert

    Kommentar vom 30. April 2016 um 22:22

    Lieber Herr Günter Lühning!
    Ich habe den Beschluss der Sitzung des Gemeinderates gerade vorliegen vom Montag, den 13. 12.2010 um 19.30 Uhr, darin heißt es unter anderem :
    Beschluss:
    „Auf dem Aula-Grundstück soll kein Nahversorgungsmarkt entstehen. Aufgrund der aktuellen Haushaltslage muss das Grundstück allerdings veräußert werden. Es soll eine Bebauung in Form eines Fachwerkhofes erfolgen.
    Bürgermeister und Verwaltung werden beauftragt, unter Berücksichtigung des Konzeptes der Aufbaudorferneuerung entsprechende Vorarbeiten zu leisten."

    Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einen
    Zeitungsartikel der Verdener Nachrichten
    zitieren vom 25.04.09, der Überschrieben war:
    „Supermarkt und grüne Wiese"
    Dort hieß es u.a.:
    " Das Aula-Grundstück ist eine der letzten Freiflächen im Ortskern, sagte Berater Georg Böttner, der schon viele Sitzungen des Arbeitskreises geleitet hat. Und vermutlich das einzige Grundstück am Ort, das supermarkt-
    tauglich ist. Gleichzeitig ist die Fläche zwischen Schul-und Hauptstraße ein grünes Kleinod, das wesentlich zum dörflichen Charakter des Ortes beiträgt. Wird die Fläche
    bebaut, könnte sich das Erscheinungsbild Kirchlintelns so stark ändern, dass das Land die Förderung der Sanierung der Ortsmitte einstellt, warnte Wilhelm Hogrefe, Landtagsabgeordneter und Kirchlintler Bürger.
    Einen Rückzug aus der Förderung mochte auch GLL-Planer Klaus Karweik nicht ausschließen, wenn der Ort durch den neuen Supermarkt seinen markanten dörflichen Charakter verlieren sollte,
    der Kirchlinteln attraktiv und einzigartig macht."

    Die Gemeinde hat schlau genau 5 Jahre abgewartet, die erhaltenen EU-Gelder müssen
    wohl nicht zurückgezahlt werden. Jedoch zeigte
    sich Herr Karweik vor kurzem im persönlichen Gespräch tief enttäuscht, denn ein Supermarkt dieser Größe auf dem Aulagrundstück wiederspricht der Dorferneuerung von 2009/2010.
    Es passt einfach moralisch nicht zusammen!

    Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen und
    erinnere daran, dass im Herbst Wahlen sind!
    Alexandra Suckert

  4. 4. Günter Lühning

    Kommentar vom 30. April 2016 um 22:38

    Sehr geehrte Frau Suckert,

    mit dem im Gemeinderats-Protokoll aus 2010 genannten „Nahversorgungs-Markt" ist das damals geplante „Fachmarktzentrum mit 3 Märkten" gemeint.

    Das „Aula-Grundstück" in Ihrer Nachbarschaft bekam seinen Namen, weil auf diesem Grundstück in den 1980er Jahren eine Schulaula in damaliger Architektur gebaut werden sollte. Die Baugenehmigung dafür lag bereits vor. Das wurde nur deshalb keine Realität, weil Förder-Richtlinien geändert wurden – sonst wäre das „grüne Grundstück" schon seit Jahrzehnten bebaut.

    Bei Herrn Karweik werde ich mich in Kürze nach seiner Meinung erkundigen.

    Gerne darf am 11. September bei der nächsten Kommunalwahl von den Bürgern auch über die Sicherung der Nahversorgung entschieden werden. Kirchlinteln hat die Wahl zwischen
    a.) 1 neuen, zeitgemäßen Vollsortimenter plus 1 Discounter im Grundzentrum Kirchlinteln oder
    b.) in Zukunft 1 Discounter und 1 ehemaligen Edeka-Markt, der im Edeka-Konzern zum 2. Discounter (Netto oder NP-Markt) herunter „geflaggt" wurde.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Lühning

  5. 5. Stephan Jeite

    Kommentar vom 2. Mai 2016 um 08:26

    Lieber Günter Lühning,
    man kann natürlich auch antworten indem auf bestimmte,damals wichtige Punkte gar nicht eingeht.
    Auszug aus dem damaligen Beschluss:
    Entscheidung zur Standortfrage:
    Herr Rodewald stellt ausführlich die Ergebnisse(Bürgerbefragung)vor.
    Herr Lühning sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, das die Bürgerbefragung das richtige Mittel war.Er halte das Ergebniss für eindeutig.
    Die Frage warum nach angeblich,veränderter Situation die Bürger nicht erneut gefragt wurden,ist nicht beantwortet.
    Es ist sicherlich auch nicht gewollt gewesen,vielleicht hat man das Ergebniss gescheut.
    In dem gleichen Beschluss wird die Bebauung angesprochen.Da gab es seitens der Fraktionen und Verwaltung weder einen Interessen Nachfrage bei den Bürgern noch eine Bürger Info mit Situations Bericht.
    Wie mir ein Ratsmitglied in einem persönlichen Gespräch bezüglich des Marktes sagte: „Wir sind doch die gewählten Volksvertreter" und entscheiden kann ich ihm nur recht geben. Aufgrund der „Geschichte" kann ich nur sagen den Spruch verwenden."Man sollte dem Volk auf`s Maul schauen."

  6. 6. Karen Rodel

    Kommentar vom 2. Mai 2016 um 11:07

    Auf der Suche nach einen neuen Zuhause zwischen Hannover und Bremen hat es uns im Jahr 2000 nach Kirchlinteln verschlagen. Damals haben wir uns spontan in diesen Ort mit den alten Fachwerkhäusern und den alten Eichen im historischen Ortskern verliebt.
    Ein geplanter, großer, kastiger Supermarktbau mit dem erforderlichen großen Parkplatz passt nicht auf das Aula-Grundstück und in die Umgebung. Deshalb waren wir froh, dass die Pläne endgültig – so hatte es für uns den Anschein – verworfen worden sind…
    Eine Nutzung des Aula-Grunstücks als Anziehungspunkt wäre toll z.B. durch eine Kombination mit einer attraktiven Wohnbebauung. Wir könnten uns auch vorstellen, dass es zusätzlich zu den 2 genannten Alternativen noch weitere Möglichkeiten für die Sicherung Nahversorgung in einem Gesamtkonzept gibt z.B. durch Nutzung des vorhandenen Edeka (was soll eigentlich damit passieren?), einen Ökosupermarkt, den Neubau auf einem anderen Grundstück…
    Die vorliegende Planung kann nicht die beste Lösung für Kirchlinteln sein! Bitte suchen Sie weiter!!!

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