Lernen wir in der Schule zu wenig fürs Leben?

Tweet_10Jan„Ich bin fast 18 und hab‘ keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“, mit diesem Tweet sorgte die 17-jährige Kölnerin Naina Mitte Januar für Aufsehen in den deutschen Medien und fand bei vielen Mitschülerinnen und Mitschülern Rückendeckung. Ihr Tweet, eine öffentliche Nachricht im sozialen Netzwerk Twitter, wurde über 15.000 Mal geteilt und fast doppelt so oft favorisiert. Im Anschluss gab sie mehrere Interviews und war in der Sendung TV total zu Gast bei Stefan Raab. Mit ihrem Tweet übt sie unmissverständlich Kritik am Schulsystem, das nicht ausreichend auf das Leben nach der Schule vorbereite. "Klar, wir lernen in der Schule wichtige Sachen. Aber niemand bringt uns bei, wie man später auf eigenen Beinen steht.“ Neben vielen zustimmenden Reaktionen musste die 17-jährige Schülerin aber auch zum Teil heftige Kritik einstecken. Ihren Eltern wurde sogar vorgeworfen, ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllt zu haben. Lehrer und Lehrerverbände sind der Meinung, dass der Auftrag der Schule beim „Lernen des Lernens“ liege und durch diese grundlegende Bildung jeder in der Lage sei, sich andere Dinge anzueignen. Doch sind wir mal ehrlich: Wenn Schülerinnen und Schüler den Wunsch äußern, sich mit diesen Themen schon während ihres Schülerdaseins zu beschäftigen, dann sollte doch ernsthaft darüber nachgedacht werden. Was spricht denn gegen die Einführung eines neuen Schulfachs? Und was spricht denn gegen junge Menschen, die nach ihrer Schulzeit bereits wissen, welche Versicherungen sie nun brauchen oder was bei einer WG-Gründung zu beachten ist? Ist das wirklich Aufgabe der Eltern? Oder anders gefragt: Können und müssen eigentlich alle Mamas und Papas die Fragen der Kinder zu diesen Themen ausreichend und verständlich beantworten? Natürlich kann man jetzt sagen, dass sich jeder Mensch in Zeiten des Internets selbst informieren und alle Details nachlesen kann. Trotzdem kann es nicht verkehrt sein, wenn wirklich alle Schülerinnen und Schüler ein grundsätzliches Wissen zu diesen „Alltagsthemen“ schon in der Schule aufbauen. Wer sich mehr interessiert, kann sich dann ja auch selbst intensiver mit den unterschiedlichen Thematiken auseinandersetzen. Zwei Schulstunden „Wirtschaft & Herausforderungen des Alltags“ pro Woche - warum eigentlich nicht? Was denkt ihr? Schreibt uns Eure Meinung an schule@cdu-kirchlinteln.de und diskutiert mit unter cdu-kirchlinteln.de/thema/schule, auf unsere Facebook-Seite facebook.com/CDUKirchlinteln oder bei Twitter @CDUKirchlinteln.


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