„Ehrenamtliche stärker fördern und Hürden abbauen“

Vereinsvertretern das Internet empfohlen - Ehrenamtskarte nutzen
Mariele Papenheim, Nils Heise, Fred Martens, Ingrid Müller, Steffen Lühning, Dieter Bergstedt und Rolf Wursthorn (v.l.)

Mariele Papenheim, Nils Heise, Fred Martens, Ingrid Müller, Steffen Lühning, Dieter Bergstedt und Rolf Wursthorn (v.l.)

Unter dem Motto „Verein 2.0“ stand der Diskussions- und Informationsabend der CDU Kirchlinteln, der am vergangenen Mittwoch in Luttum stattfand. Viele Vereins- und Feuerwehrvertreter diskutierten unter anderem, wie der Nachwuchs für die Vereinsarbeit gewonnen werden kann. Fazit des Dialogs: Die ehrenamtlich engagierten Mitglieder in den Sport-, Schützen-, Kultur- und Heimatvereinen sowie in den Freiwilligen Feuerwehren haben mehr Wertschätzung in der Gesellschaft verdient. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, erwarten sie von der Politik, bürokratische Hürden und Vorschriften zu reduzieren.
In Weitzmühlen gibt es seit Mai 2010 eine Kinderfeuerwehr.

In Weitzmühlen gibt es seit Mai 2010 eine Kinderfeuerwehr.

„23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich“, erklärte Kirchlintelns CDU-Vorsitzender Arne Jacobs in seiner Begrüßung und unterstrich die Bedeutung dieses Engagements für die Gesellschaft, die Infrastruktur und die Lebensqualität vor Ort. Gemeindebrandmeister Dieter Bergstedt berichtete von 450 Feuerwehrleuten in 13 Ortsfeuerwehren und 130 Mitgliedern in acht Jugendfeuerwehren. „Die Jugendarbeit ist unser Fundament für die Zukunft“, erklärte Bergstedt. Die Brandschützer, die sich für die Sicherheit der Bürger engagierten hätten eine höhere Wertschätzung und zusätzliche Vorteile verdient, befand der Gemeindebrandmeister. Fred Martens berichtete anschließend über die Erfahrungen der ersten Kinderfeuerwehr der  Gemeinde in Weitzmühlen. 25 Mädchen und Jungen werden dort seit Mai 2010 mit Spiel-, Sport- und Bastel-Angeboten an die Jugendfeuerwehr herangeführt und in Kirchlinteln wurde jüngst die zweite Kinderfeuerwehr der Gemeinde gegründet. „Kinder- und Jugendarbeit ist das A und O“, bestätigte auch Hartmut Scharninghausen, der langjährig als Jugendleiter beim Schützenverein Verdenermoor-Kükenmoor aktiv war und jetzt Kreisvorsitzender des Kreisschützenverbandes Verden ist. „In den Vereinen und Feuerwehren werden die Werte der Gesellschaft vermittelt und eine Bindung zum Heimatort geschaffen“, betonte Scharninghausen. Mariele Papenheim berichtete aus
Im Winter zu kalt, im Sommer zu warm: Die Sanierungsarbeiten an der Luttumer Turnhalle sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Im Winter zu kalt, im Sommer zu warm: Die Sanierungsarbeiten an der Luttumer Turnhalle sollen noch in diesem Jahr beginnen.

ihren Erfahrungen als Übungsleiterin beim TSV Lohberg. „Sport muss cool sein. Wir dürfen uns den neuen Trendsportarten nicht verschließen, wenn unsere Vereine attraktiv bleiben sollen“, so die engagierte Übungsleiterin aus Luttum, die aber auch von einem Mangel an Übungsleitern, zu wenig Hallenzeiten und schlechten Voraussetzungen in der Luttumer Turnhalle sprach, die im Winter zu kalt und im Sommer zu warm sei. Dazu berichteten Ingrid Müller und Nils Heise, das der Haushalt der Gemeinde vom Landkreis Verden genehmigt sei und in diesem Jahr die energetische Sanierung der Luttumer Sporthalle beginnen könne. Wie erfolgreich auch kleine Vereine sein können, wenn sie Nischen besetzen und Trendsportarten aktiv anbieten, verdeutlichte eindrucksvoll Rolf Wursthorn, Vorsitzender des TSV-Grün-Weiß Otersen. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Mitgliederzahl von unter 150 auf fast 300 Mitglieder verdoppelt. In Otersen betreibt man seit einigen Jahren eine kleine „Muckibude“, die besonders von der Jugend aktiv genutzt wird. Zudem wird der Sportraum neben dem Kindergarten aktiv für Tanzsport, Gymnastik, Step-Aerobic, Kinderturnen und neuerdings auch für Yoga genutzt.
Rolf Wursthorn berichtete über die "Muckibude" in Otersen.

Rolf Wursthorn berichtete über die "Muckibude" in Otersen.

Steffen Lühning, 21-jähriger Pressesprecher der CDU Kirchlinteln, empfahl den Vereinsvertretern mit der Zeit zu gehen und die neuen Möglichkeiten zur Vereins-Werbung und Kommunikation im Internet zu nutzen. Zahlreiche Chancen bietet beispielsweise das soziale Netzwerk Facebook - und das sei nicht nur ein Medium für junge Leute. Lühning empfahl, junge Mitglieder als Medienbeauftragte in die Vereinsvorstände zu holen und die junge Generation stärker zu beteiligen, um sie so an das Ehrenamt heranzuführen. Johann Heimsoth, Vorsitzender des TSV Brunsbrock wandte sich an den Landtagsabgeordneten Wilhelm Hogrefe und wünschte sich einen stärkeren Abbau bürokratischer Anforderungen. Diese zeitaufwändigen und oft nicht einfachen Arbeiten würden viele Menschen vom Engagement in den Vereinen abhalten, so Heimsoth. Fraktionsvorsitzender Günter Lühning dankte allen ehrenamtlich Aktiven für ihren selbstlosen Einsatz für das Gemeinwohl und die Lebensqualität in allen 17 Ortschaften der Gemeinde. Zur dringend notwendigen stärkeren Anerkennung der Ehrenamtlichen schlug Günter Lühning den Teilnehmern der Tagung vor, sowohl beim Kreissportbund, im Kreisfeuerwehr- und auch beim Kreisschützenverband die Einführung der Ehrenamtskarte zu beraten und anschließend gemeinsam auf die Politik zuzugehen. Wilhelm Hogrefe unterstützte den Vorschlag und berichtete von 17 Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen, in denen die Ehrenamtlichen bereits durch die Ehrenamtskarte gefördert werden würden. Wie nutzen Vereine in der Gemeinde Kichlinteln Facebook? Hier ein paar Beispiele: TSV Lohberg | TSV Brunsbrock | SV Luttum | SV Verdenermoor-Kükenmoor

Vereinsvertretern das Internet empfohlen - Ehrenamtskarte nutzen

KIRCHLINTELN-LUTTUM. Unter dem Motto „Verein 2.0“ stand der Diskussions- und Informationsabend der CDU Kirchlinteln, der in der vergangenen Woche in Luttum stattfand. Viele Vereins- und Feuerwehrvertreter diskutierten unter anderem, wie der Nachwuchs für die Vereinsarbeit gewonnen werden kann. Fazit des Dialogs: Die ehrenamtlich engagierten Mitglieder in den Sport-, Schützen-, Kultur- und Heimatvereinen sowie in den Freiwilligen Feuerwehren haben mehr Wertschätzung in der Gesellschaft verdient. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, erwarten sie von der Politik, bürokratische Hürden und Vorschriften zu reduzieren.

„23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich“, erklärte Kirchlintelns CDU-Vorsitzender Arne Jacobs in seiner Begrüßung und unterstrich die Bedeutung dieses Engagements für die Gesellschaft, die Infrastruktur und die Lebensqualität vor Ort. Gemeindebrandmeister Dieter Bergstedt berichtete von 450 Feuerwehrleuten in 13 Ortsfeuerwehren und 130 Mitgliedern in acht Jugendfeuerwehren. „Die Jugendarbeit ist unser Fundament für die Zukunft“, erklärte Bergstedt. Die Brandschützer, die sich für die Sicherheit der Bürger engagierten hätten eine höhere Wertschätzung und zusätzliche Vorteile verdient, befand der Gemeindebrandmeister. Fred Martens berichtete anschließend über die Erfahrungen der ersten Kinderfeuerwehr der Gemeinde in Weitzmühlen. 25 Mädchen und Jungen werden dort seit Mai 2010 mit Spiel-, Sport- und Bastel-Angeboten an die Jugendfeuerwehr herangeführt und in Kirchlinteln wurde jüngst die zweite Kinderfeuerwehr der Gemeinde gegründet.

„Kinder- und Jugendarbeit ist das A und O“, bestätigte auch Hartmut Scharninghausen, der langjährig als Jugendleiter beim Schützenverein Verdenermoor-Kükenmoor aktiv war und jetzt Kreisvorsitzender des Kreisschützenverbandes Verden ist. „In den Vereinen und Feuerwehren werden die Werte der Gesellschaft vermittelt und eine Bindung zum Heimatort geschaffen“, betonte Scharninghausen. Mariele Papenheim berichtete aus ihren Erfahrungen als Übungsleiterin beim TSV Lohberg. „Sport muss cool sein. Wir dürfen uns den neuen Trendsportarten nicht verschließen, wenn unsere Vereine attraktiv bleiben sollen“, so die engagierte Übungsleiterin aus Luttum, die aber auch von einem Mangel an Übungsleitern, zu wenig Hallenzeiten und schlechten Voraussetzungen in der Luttumer Turnhalle sprach, die im Winter zu kalt und im Sommer zu warm sei. Dazu berichteten Ingrid Müller und Nils Heise, das der Haushalt der Gemeinde vom Landkreis Verden genehmigt sei und in diesem Jahr die energetische Sanierung der Luttumer Sporthalle beginnen könne.

Wie erfolgreich auch kleine Vereine sein können, wenn sie Nischen besetzen und Trendsportarten aktiv anbieten, verdeutlichte eindrucksvoll Rolf Wursthorn, Vorsitzender des TSV-Grün-Weiß Otersen. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Mitgliederzahl von unter 150 auf fast 300 Mitglieder verdoppelt. In Otersen betreibt man seit einigen Jahren eine kleine „Muckibude“, die besonders von der Jugend aktiv genutzt wird. Zudem wird der Sportraum neben dem Kindergarten aktiv für Tanzsport, Gymnastik, Step-Aerobic, Kinderturnen und neuerdings auch für Yoga genutzt.

Steffen Lühning, 21-jähriger Pressesprecher der CDU Kirchlinteln, empfahl den Vereinsvertretern mit der Zeit zu gehen und die neuen Möglichkeiten zur Vereins-Werbung und Kommunikation im Internet zu nutzen. Zahlreiche Chancen bietet beispielsweise das soziale Netzwerk Facebook - und das sei nicht nur ein Medium für junge Leute. Lühning empfahl, junge Mitglieder als Medienbeauftragte in die Vereinsvorstände zu holen und die junge Generation stärker zu beteiligen, um sie so an das Ehrenamt heranzuführen.

Johann Heimsoth, Vorsitzender des TSV Brunsbrock wandte sich an den Landtagsabgeordneten Wilhelm Hogrefe und wünschte sich einen stärkeren Abbau bürokratischer Anforderungen. Diese zeitaufwändigen und oft nicht einfachen Arbeiten würden viele Menschen vom Engagement in den Vereinen abhalten, so Heimsoth.

Fraktionsvorsitzender Günter Lühning dankte allen ehrenamtlich Aktiven für ihren selbstlosen Einsatz für das Gemeinwohl und die Lebensqualität in allen 17 Ortschaften der Gemeinde. Zur dringend notwendigen stärkeren Anerkennung der Ehrenamtlichen schlug Günter Lühning den Teilnehmern der Tagung vor, sowohl beim Kreissportbund, im Kreisfeuerwehr- und auch beim Kreisschützenverband die Einführung der Ehrenamtskarte zu beraten und anschließend gemeinsam auf die Politik zuzugehen.

Wilhelm Hogrefe unterstützte den Vorschlag und berichtete von 17 Landkreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen, in denen die Ehrenamtlichen bereits durch die Ehrenamtskarte gefördert werden würden.



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