„Den Wolf wollen wir hier nicht" | Bauern schlagen Alarm | 200 Gäste bei CDU-Veranstaltung

2016_DenWolfwollenwirnicht_009_VERD_HP_20160305_CDU3Mit rund 200 Teilnehmern war die Zahl der interessierten Gäste deutlich höher als von den Organisatoren der CDU erwartet und zum Abschluss des Diskussions- und Informationsabends zum Thema "Der Wolf ist da - was ist zu tun?" im Lintler Krug in Kirchlinteln gab es bei einer spontanen Abstimmung ein eindeutiges Meinungsbild: "Bis auf zwei waren alle der Meinung: "Den Wolf wollen wir hier nicht", berichtete die Verdener-Aller-Zeitung am Sonnabend, 5. März in einem "Aufmacher"-Bericht auf der 1. Lokal-Seite. Passend dazu die Schlagzeile über einem Bericht des Landvolk-Kreisverbandes: "Ende der Weidehaltung?".
Ernst-Ingolf Angermann MdL

Ernst-Ingolf Angermann MdL

Gut organisiert wurde der Informationsabend, der 200 Gäste aus dem ganzen Landkreis Verden nach Kirchlinteln lockte, von Wilhelm Hogrefe, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Zu den geladenen Fachleuten zählten der Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann (CDU) aus Celle, Land- und Forstwirt Heinrich Luttmann sowie Frank Faß als Leiter des Wolfcenters Dörverden und Wolfsberater des niedersächsischen Umweltministeriums für den Landkreis Verden. MdL Ernst-Ingolf Angermann berichtete in Kirchlinteln von einer Anhörung zum Thema "Wölfe in Niedersachsen" im Landtag in Hannover und forderte eine Beweislastumkehr bei Verdacht auf einen Wolfsriss. Der Landtagsabgeordnete aus Celle kritisierte, dass Geschädigte oftmals mehr als sechs Monate auf eine Entschädigung warten müssten. 80 Wölfe leben inzwischen in Niedersachsen. Wird ein Wolf durch Töten von Nutztieren (Schafe, Rinder) auffällig, dann bestehe Niedersachsen auf eine DNA-Analyse und bei bestätigten Auffälligkeiten würde auf Vergrämung gesetzt. Erst wenn diese Vergrämung keinen Erfolg hat, leitet das Umweltministerium eine "Entnahme" des Wolfes ein - wie jüngst beim auffälligen Wolf in Münster, der sich auch Menschen nähert. Ernst-Ingolf Angermann forderte die Landesregierung zum Handeln auf. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl eine Akzeptanz des Wolfes - aber eben auch eine wirtschaftliche Tierhaltung ermögliche. 2016_DenWolfwollenwirnicht_009_VERD_HP_20160305_LandvolkLand- und Forstwirt Heinrich Luttmann, CDU-Kreistagsabgeordneter aus Kirchlinteln-Heins forderte ebenfalls entschlossenes handelt. Die Weidehaltung von Nutztieren dürfe in Zukunft keine Hochsicherheitstrakte in der Landschaft erforderlich machen. Das die Weidehaltung durch die Verbreitung der Wölfe in Niedersachsen gefährdet ist, wurde ebenfalls Anfang März bei einer Landvolk-Versammlung deutlich. Über diese Landvolk-Veranstaltung berichtete die Verdener-Aller-Zeitung ebenfalls am 5.3.2016 unter der Überschrift "Ende der Weidehaltung?". Wolfsberater Frank Faß, Leiter des Wolfscenter in Dörverden bestätigte, das es zu Annäherungen des Wolfes an Menschen gekommen sei und das auch Rinder von Wölfen gerissen wurden. Seit 1950 seien in Europa 9 Menschen durch Wölfe zu Tode gekommen. Der Wolf-Experte bestätigte, das Kinder oder Jugendliche von Wölfen als Beute angesehen werden können. Ulrich Hahne vom Hannoveraner Pferdezuchtverband betonte: "Der Wolf ist nicht niedlich, er ist ein Raubtier" und deshalb seinen nicht nur Schaf- und Rindvieh-Halter sondern auch Pferdezüchter sehr besorgt. CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Wilhelm Hogrefe schlug nach der Anhörung der Fachleute eine Landkreis-übergreifende Unterschriftensammlung. Ziel: Der Schutzstatus des Wolfes soll fallen. Über die durch den Wolf bedrohte Weidehaltung von Nutztieren berichtete Anfang März auch das Magazin "Top Agrar". Zum ausführlichen Bericht "
Bauern schlagen Alarm: Mutterkuhhaltung wegen Wölfen nicht mehr möglich!" schalten wir einen Link: Topagrar.com - Lesen Sie mehr auf: http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Bauern-schlagen-Alarm-Mutterkuhhaltung-wegen-Woelfen-nicht-mehr-moeglich-2829308.html
Nachfolgend eine Abbildung des Berichtes in der Verdener-Aller-Zeitung (Kreiszeitung) - Ausgabe: Sonnabend, 5. März 2016
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4 Kommentare

  1. 1. Astrid Gerken-Soneßon

    Kommentar vom 13. März 2016 um 14:43

    Ich stimme dem zu, dass eine Entschädigung viel schneller erfolgen muss wenn erwiesen ist, dass der Wolf ein Haustier gerissen hat. Bei der Umkehr der Beweislast muss ich anmerken, dass leider immer da wo lauthals verkündet wurde, dass der Wolf der Übeltäter war, sich im Nachhinein herausstellte, dass Kälber und Fohlen schon vorher verstorben waren und Beutegreifer sich später dran bedient haben…zu Recht, denn Aas ist leicht zu ergatterndes Futter und als „Totengräber" haben Fuchs und Wolf und Krähen durchaus einen hohen Wert in der Natur. Dann möchte ich noch drauf hinweisen, dass bei dem Münsteraner Wolf das Vergrämen nicht fehlgeschlagen ist, sondern gar nicht stattgefunden hat, weil der Wolf sich als sehr scheu den Menschen gegenüber zeigt…Neugier der jungen Wölfe vergeht wie bei Hunden mit zunehmender Reife in sehr jungen Jahren… Weidetierhaltung ist mit dem Dasein der Wölfe intensiver geworden … mit einem ordentlichen Schutz aber machbar. Wer allerdings nur einen Holzzaun setzt und Litze zieht, der musste sich auch in Zeiten ohne Wolf nicht wundern, wenn Tiere zu Schaden gekommen sind. Mit dem bisschen Natur was uns Menschen noch geblieben ist, sollten wir schleunigst lernen, zusammen zu leben und grad in der Landwirtschaft nicht hinterher jammern, dass keine Natur mehr da ist. Denn grad da läuft so vieles aus dem Ruder…Gülle im Trinkwasser, Großmastanlagen die kein Mensch braucht, Hähnchenschreddern, Biogas-Anlagen die wenigen nutzen und allen schaden, Vernichtung durch Monokulturen die Artenvielfalt in der Natur – die uns allen gehört und nicht nur wenigen Landwirten die nun auch noch den natürlichen Prädatoren den Garaus machen wollen der ihnen hilft, das Wild, was Schaden in Feld und Flur anrichtet, in ansprechenden Zahlen zu halten. Denn wenn die leicht zu reißenden Haustiere geschützt sind, wird der Wolf sich ans Wild halten. Nur leider ist das auch nicht gewollt, da stehen die unlauteren Interessen der Jäger wieder im Vordergrund die ja schon mit der Ausrottung des Fuchses genug Schaden anrichten. Aber der Mäuseplage wird dann der Landwirt mit Giftködern wieder Herr…und tötet dann die Störche, Eulen und Bussarde gleich mit. Der Wolf polarisiert, ja sicher. Und das ist auch gut so, denn so interessieren sich viele Menschen wieder für den Lebensraum um sie herum … und was darin alles querläuft.

  2. 2. Birgit Güntner

    Kommentar vom 13. März 2016 um 16:40

    Tja, die Teilnehmerschaft wird sichwohl daran gewöhnen müssen, an den Wolf.
    Ich bin z.B. auch gegen Erhöhung der Steuern oder des Renteneintrittsalters und muss damit leben.
    Glücklicherweise leben wir in einer Demokratie, und die Mehrheit der Bevölkerung sieht im Wolf eher eine Bereicherung. Da kann man auf Einzelinteressen nicht viel Rücksicht nehmen, zumal ja bereits Prävention und Entschädigung gezahlt werden.
    Auch ich muss auf meine Steurrückzahlung 1/2 Jahr warten, wen interessierts.

  3. 3. Angelika Müller

    Kommentar vom 13. März 2016 um 22:09

    Sehr geehrte Frau Gerken-Soneßon,

    ganz offensichtlich haben Sie nur sehr rudimentäre Kenntnisse von Landwirten und der Landwirtschaft genauso wie vom Jagdrecht und den Jägern.

    Wir haben ja schon sehr lange eine Kulturlandschaft und keine Naturlandschaft mehr. Das Schwinden der Artenvielfalt auf dem Acker ist u.a. dem Anbau unserer Ernährung geschuldet. Wo der Landwirt vor ca. 50 Jahren noch ca. 40 Menschen mit seiner landwirtschaftlichen Fläche ernähren musste, sind es heute 150 Menschen, die er mit der gleichen Fläche ernähren muss! Das hat logischerweise Folgen. Was denken Sie, was passiert, wenn die Landwirte streiken, dann können Sie sich Ihr Gemüse aus dem Ausland besorgen, wenn Sie überhaupt was bekommen.

    Biogasanlagen und Energiemais, Abholzung von Waldschneisen wegen Windkrafträder ? Beschweren Sie sich bei den GRÜNEN. Die Landwirte müssen diese Vorgaben umsetzen, ihnen bleibt keine Wahl. Füchse können auch die die Wildschweine reduzieren, die den immensen Schaden in der Feldflur anrichten!

    In den 80iger Jahren der Fuchs gegen die Tollwut immunisiert. In der Folge entwickelten sich mindestens 4-fache, mancherorts sogar 6-fache Bestände der Fuchspopulation. Das ist keine natürliche Population, auch diese Füchse (zudem weitere Prädatoren) greifen massivst in alle Bodenbrüter, Feldhasen, Hamster- und sonstigen Populationen etc. ein!

    Sie verkennen weiter eines: Das Jagdrecht gehört den Grundbesitzern, u.a. den Landwirten, Waldbesitzern und Dieses Recht ist im Grundgesetz!!! verankert. Es ist ein Nutzungsrecht wie z.B. das Recht des Landwirts seine Felder zu bestellen. Die Jäger nehmen nur das Jagdausübungsrecht wahr, wenn die Landwirte selbst keine Jagdscheine haben und diese dann die Jagd verpachten.

    Deshalb sind die Interessen das Wild zu nutzen, nämlich den jährlichen Zuwachs abzuschöpfen, keine unlauteren Interessen der Jäger, sondern die BERECHTIGTEN Interessen der Grundbesitzer, also der Rechteinhaber, dieses Recht auch auszuüben!

  4. 4. Angelika Müller

    Kommentar vom 13. März 2016 um 22:22

    Frau Birgit Güntner,

    Sie verkennen mit Ihrem Beispiel den paar Euro Steuerrückzahlung eines:

    Die Schäfer und Nutztierhalter verlieren durch den finanziellen Verlust von Schafen und anderen Nutztieren ihre Existenz und das ist ein gravierender Unterschied. Aber solange das nicht an Ihren Geldbeutel geht, ist das natürlich egal. Sowas nennt man Egoismus und der hat mit Demokratie erstmal überhaupt nichts zu tun.

    Die Stimmung in der Bevölkerung ist schon seit einiger Zeit umgeschlagen gegen den Wolf. Wir sind hier das dichtest besiedelte Land mit Wölfen. In allen anderen Ländern wird der Wolf bejagt, warum wohl ?

    Der Wolf MUSS von Fachleuten gemanaged werden und nicht von Idealisten, die von Tieren und der Natur nicht die leiseste Ahnung haben. Das könnte sonst sehr fatal werden.

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