CDU plant AllerVielfaltPLUS

Otersen/Verden. Die Renaturierung der Aller wird im erheblichen Maße auch die Gemeinden Kirchlinteln, Dörverden und die Stadt Verden treffen. Die vier Fraktionsvorsitzenden der CDU aus den Räten der Kommunen Kirchlinteln, Dörverden, Verden und dem Kreistag: Wilhelm Hogrefe, Adrian Mohr, Arne Jacobs und Jens Richter diskutierten in Otersen mit zahlreichen Teilnehmern, unter denen auch der Kreislandwirt Jörn Ehlers war, die Chancen und Herausforderungen für das Megaprojekt „AllerVielfalt". „Wir wollen eine für den Naturschutz und für die Menschen in unserer Heimat gleichermaßen sinnvolle Lösung", stellte der CDU-Kreisvorsitzende Adrian Mohr fest.

Daher gelte es die bisher recht einseitige Planung durch weitere innovative Ansätze zu ergänzen. Wie das konkret aussehen kann, erläuterten anschließend Arne Jacobs, Wilhelm Hogrefe und Günter Lühning: Der bisherige Ansatz soll um zwei für die Region wichtige Themenfelder ergänzt werden. Dabei geht es erstens um das Thema „Wassermanagement" und zweitens um Vorhaben zum Themenbereich „Ländliche Entwicklung". Dazu Arne Jacobs: „Die Menschen in den Dörfern im Bereich der gesamten Allerregion sollen konkrete Vorteile davon haben, wenn so viel Geld aus Berlin und Hannover hier eingesetzt wird. Wir wollen deshalb AllerVielfaltPLUS". Um das richtig einzustiehlen, sei es sinnvoll, dass die Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln sich offiziell als Kooperationspartner in die weiteren Verhandlung einbringen würden. Die Stadt Verden hat diesen Schritt bereits vollzogen, berichtete Jens Richter.

Zu Beginn der Tagung hatte Wilhelm Hogrefe die Entwicklung der Aller in den letzten Jahrhunderten beleuchtet: Früher war der Fluss ein bedeutender Schifffahrtsweg und das regelmäßige Winterhochwasser brachte Schwemmstoffe auf die Wiesen, die dadurch reichliche Heuerträge ermöglichten. Erst durch die Ausdehnung der Siedlungen am Oberlauf sei es zu stärkeren Hochwassern, auch im Sommer gekommen. „Für den Hochwasserschutz der Flussanlieger sind hier in den letzten Jahrzehnten große Summen investiert worden. Das darf bei einer Renaturierung nicht zur Disposition stehen", so Hogrefe. „Und deshalb ist es wichtig, dass die hiesigen Deichverbände eng in künftige Planungen einbezogen werden". Das gelte ebenso für die Betroffenen imBereich der Landwirtschaft. Deshalb sei eine agrarstrukturelle Begleitung des Gesamtvorhabens unerlässlich. Ebenso sei für die CDU-Kreistagsfraktion klar, dass der Landkreis bei Planung und Realisierung des Vorhabens „den Hut aufhaben müsse". Denn schließlich gehe es um eine hoheitliche Aufgabe.

In dem Projekt soll es nach dem Willen der Christdemokraten auch um die Förderung eines „sanften Tourismus" gehen, aber auch um zusätzliche Entwicklungschancen für die Menschen in der Region insgesamt. So könne angestrebt werden, dass jede Ortschaft wieder einen Naturbadestrand an der Aller bekomme. „Bei der Renaturierung der Havel war das ganz selbstverständlich", so Lühning. Über das schon geplante Vorhaben an der Alten Aller in Verden zur Sicherstellung der Wasserversorgung des Altarmes berichtete Jens Richter. „Das Auskoffern und Abfahren des Materials an der Furt kostet mehr als eine Million Euro, erhält aber den alten Flussarm, der sonst sicher versanden würde“, so Richter. „Das Projekt hat mehr Chancen als Risiken für die Region, wenn alle Betroffenen eingebunden werden und Entscheidungen im Einvernehmen getroffen werden“, sagte Jacobs. Dies forderte auch Kreislandwirt Ehlers, der die Einbindung der Landwirte will, weil sie beispielsweise in der Havelregion auf diesem Gebiet schon wertvolle Erfahrungen gesammelt hätten.



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