750 KW-Solarpark in Sehlinger Heide geplant

Foto-Montage: PV auf ehem. Nato-BunkernDas 26 Hektar große ehemalige Nato-Bunker-Gelände in der Sehlinger Heide könnte künftig nicht nur als landwirtschaftlich genutzte Lagerstätte, sondern auch als Solarpark mit Photovoltaik-Anlagen zur umweltfreundlichen Erzeugung von Sonnenstrom genutzt werden. Die bis zu 64 der Sonne nachgeführten Photovoltaik-Anlagen sind von einer Investorengruppe mit bis zu 750 KilowattPeak Spitzenleistung geplant. "Uns geht es von Anfang an um eine offene und ehrliche Bürgerbeteiligung vor Ort", betonte CDU-Ratsherr Wolfgang Ritz zum Auftakt des BürgerForums, zu dem die CDU-Ratsfraktion Kirchlinteln ins Dörpshus eingeladen hatte. Die Foto-Montage zeigt zwei PV-Anlagen auf einem Bunker.

Zunächst besichtigten Ratsmitglieder und zahlreiche interessierte Einwohner das ehemalige Militärgelände, das eingezäunt und von Bäumen und Büschen weitestgehend eingegrünt ist. Auf den insgesamt 22 Bunkern wächst Heide und die ehemaligen Bunker werden von 10 örtlichen Landwirten als landwirtschaftliche Lagerstätten genutzt. Die Investoren planen auf jedem etwa fünf Meter hohen Bunker die Installation von zwei Photovoltaik-Anlagen. Neben den gut 40 Anlagen auf den Bunkern sind etwa weitere 20 Anlagen im Randbereich geplant. Jede Photovoltaik-Anlage soll nach Angaben der Investoren aus 48 Modulen bestehen und insgesamt 7,60 Meter hoch und 12 Meter breit sein. Diese "nachgeführten" Anlagen sind besonders effektiv, weil sie sich mit der Sonne "mitdrehen".

CDU-Fraktion und mit Einwohnern in der Sehlinger Heide

"Die Bevölkerung sollte mehrheitlich dafür sein, interessierte Einwohner sollten sich im Sinne eines Bürger-Solarparks mit Kapital beteiligen und profitieren können und die Betreiber-Gesellschaft sollte wegen der Gewerbesteuern ihren Sitz in der Gemeinde Kirchlinteln haben", fasste Fraktionsvorsitzender Günter Lühning die Anforderungen der CDU-Fraktion zusammen. In den bisherigen Gesprächen hätten die Investoren die Forderungen zugestimmt, wurde mitgeteilt. Zu Beginn der Diskussion im BürgerForum im Dörpshus gab es eine kritische Stimme hinsichtlich der Auswirkungen auf das Landschaftsbild, aber mehrere Einwohner, die sich positiv und zustimmend äußerten. Möglicherweise könne es aber sinnvoll sein, die Anzahl der Photovoltaik-Anlagen zu begrenzen, nur 2 Anlagen auf jedem der Bunker zu installieren und auf die Anlagen im Randbereich zu verzichten, um den Grüngürtel um die Bunker-Anlage in der Sehlinger Heide nicht anzutasten, so ein Bürger. Ein anderer Bürger wünschte sich unbedingt die Möglichkeit einer Kapitalbeteiligung und einen Bürger-Solarpark.

Ratsmitglieder und Bürger vor einem Bunker

Zum Abschluss der sachlichen Diskussion formulierten der Sehlinger Ratsherr Wolfgang Ritz und Fraktionsvorsitzender Günter Lühning einen Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise. Zunächst sollten die 10 Landwirte der "Landwirtschaftlichen Lagergemeinschaft Lintler Geest" als Eigentümer des 26 Hektar großen Areals eine Entscheidung treffen, ob das Gelände für einen Solarpark verpachtet werden soll. Der Naturschutzbund als Eigentümer einer benachbarten NaBu-Fläche sollte eingebunden werden und zwischen Gemeinde und Landkreis sollte geprüft werden, welche baurechtlichen Voraussetzungen eingehalten und geschaffen werden müssten. Die Sehlinger Einwohner sollen dann in einer schriftlichen Bürgerbefragung ihre Meinung äußern dürfen. Gleichzeitig könnten die Bürger dann ihr Interesse an der Beteiligung an einem Bürger-Solarpark äußern. Dieser Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise fand die allgemeine Zustimmung der anwesenden Bürger.

 




Das Luftbild zeigt das fast vollständige eingegrünte Areal und die möglichen PV-Standorte




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